Sächsische Suchtselbsthilfe – Anliegen und Bedeutung

Eine Selbsthilfegruppe ist eine Gemeinschaft von Menschen, die ein gemeinsames bzw. ähnliches Problem im Zusammenhang mit Sucherkrankungen als Betroffener bzw. Angehöriger haben und sich zu dessen Bearbeitung und Bewältigung regelmäßig treffen. Ziel der Gruppentreffen ist es, die eigene Lebenssituation durch den Erfahrungsaustausch mit anderen besser bewältigen zu lernen und sie positiv zu verändern. Selbsthilfegruppen werden nicht von professionellen Fachleuten geleitet; manche ziehen jedoch gelegentlich Experten zu bestimmten Fragestellungen hinzu. Gemeinsame Gespräch und gegenseitige Hilfe sind dabei Mittel, die soziale Isolation aufzuheben und zur langfristigen Krankheitsbewältigung der Gruppenmitglieder beizutragen.

Zusammenfassend stellen wir bedeutsame Aspekte der Sucht-Selbsthilfe dar, welche die Selbsthilfe als einzigartige und unerlässliche Stütze im Gesamtsystem der Suchtkrankenhilfe begründen.

1. Die Suchtselbsthilfegruppe bietet für jeden Betroffenen oder Angehörigen ein bedingungsloses und niedrigschwelliges Angebot für Hilfen zur Auseinandersetzung mit Suchtproblemen.

2. Selbsthilfearbeit setzt auf freiwillige Mitwirkung aller Teilnehmer. Jede/r geht in erster Linie um seiner selbst Willen in die Gruppe.

3. Der bewusste Umgang mit sich selbst und mit anderen steigert Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit für den Alltag. Gruppenteilnehmer vermitteln am eigenen Beispiel, dass langfristige Abstinenz möglich ist. Die Selbsthilfegruppe ermöglicht modellhaftes voneinander Lernen und entlastet in geschützter Atmosphäre, z. B. durch die Thematisierung von Ängsten, Zweifel und Schuldgefühlen.

4. Ein Prinzip der Selbsthilfearbeit ist die partnerschaftliche Zusammenarbeit, die den Selbstwert jedes Einzelnen stärkt, denn jeder Teilnehmer ist für die Gruppe wichtig.

5. Die Selbsthilfegruppe bietet Raum für Erfahrungsaustausch, Meinungsäußerung und Meinungsbildung.

6. Die Selbsthilfegruppe ermöglicht Angehörigen von Suchtkranken Einblicke in Krankheitsverlauf, Erscheinungsbild und Folgen von Co-Abhängigkeit. Sie vermittelt Denkanstöße und Modelle, Suchterkrankung auch als Familienkrankheit zu begreifen und den Genesungsverlauf des Suchtkranken als Chance für die Genesung der Familie zu erkennen.

7. Die Suchtselbsthilfegruppe motiviert zum Ausstieg aus der Sucht und Inanspruchnahme weiterführender Behandlung. Gruppen bieten auch anderen Betroffenen außerhalb der Gruppe wertvolle Hilfe durch Beratung und Interessensvertretung.

8. Der Besuch einer Selbsthilfegruppe ist notwendiger Bestandteil einer wirksamen Rückfallverhütung, denn hier wird der Umgang mit schwierigen Situationen oder die Aufarbeitung von Rückfällen erlernt.

9. Die Selbsthilfegruppe übernimmt suchtpolitische und gesellschaftliche Funktionen. Sie mahnt zur konsequenten Politik, um Suchtentwicklungen zu vermeiden und den Ausstieg aus der Sucht zu fördern.

10. Suchtselbsthilfegruppen engagieren sich im Bereich der Suchtprävention und sind geeignete Gesprächspartner für suchtpräventive Aktivitäten, z. B. in Schulen oder im Rahmen von Aktionstagen.

Quelle: SLS FA Selbsthilfe 2010

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